Botschaft
des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, verlesen während der informativen
Podiumsdiskussion über die neuen Wirtschaftsaggressionen der US-Regierung
und die Antwort Kubas; stattgefunden am 25. Oktober 2004, „Jahr
des 45. Jahrestages des Sieges der Revolution"
Liebe Mitbürger,
am 10. Mai dieses Jahres informierte eine Meldung der BBC über eine
Geldstrafe, mit der die Federal Reserve der Vereinigten Staaten eine Schweizer
Bank belegte wegen angeblicher Verletzung der von den Vereinigten Staaten
verhängten Sanktionen gegen Libyen, Iran, Jugoslawien und Kuba. Die
Schweizer Bank wurde beschuldigt, US-amerikanische Dollarbanknoten angenommen
bzw. an Länder gesandt zu haben, die zu den von der US-Regierung
sanktionierten gehören.
Einige Tage danach berichtete die Agentur NOTIMEX über Erklärungen
des Banditen Otto Reich, in denen er unter Bezugnahme auf die jüngsten
Maßnahmen der US-Regierung äußerte, dass einige davon
bereits umgesetzt seien und andere sich noch in der Entwicklung befänden.
Konkret sagte er in bedrohlichem Ton:
„Viele der Maßnahmen erfordern die Einführung von Verfahrensregeln
und gewissen bürokratischen Aspekten; daran arbeiten die Anwälte
und andere Regierungsbeamte; und noch viele andere stehen vor ihrer Umsetzung."
Am gleichen Tag erschien im El Nuevo Herald von Miami ein Artikel voller
Niederträchtigkeiten und plumper Lügen unter dem Titel „Kuba
wusch bei einer Schweizer Bank 3,9 Milliarden USD". In diesem wurden
neben einer Verzerrung der normalen Handelsgeschäfte, die Kuba mit
dem Ausland abwickelt, die US-amerikanischen Behörden zu weiteren
Aktionen gegen unser Land angehalten. Im Schlussteil jenes Artikels heißt
es:
„Wir wissen, dass die Federal Reserve Autonomie besitzt; offenbar
ist sie nicht daran interessiert, das Helms-Burton-Gesetz geltend zu machen,
doch OFAC (englische Abkürzung des Amtes zur Kontrolle ausländischer
Guthaben) gehört zur Exekutive und von ihm kann wohl verlangt werden,
dass der kubanische Teil der UBS-Affäre (Union Schweizer Banken),
vom Bankausschuss des Senats elegant unter den Teppich gekehrt, näher
erklärt wird. Vielleicht könnten zur Klärung dieses kolossalen
Skandals die kubanisch-amerikanischen Abgeordneten zu Anhörungen
in den jeweiligen Ausschüssen des Repräsentantenhauses aufrufen."
Getreu ihrer Gewohnheit, unser Volk gebührend auf dem Laufenden zu
halten, veröffentlichte die kubanische Regierung am 8. Juni in der
Zeitung Granma eine Pressemeldung mit einer detaillierten Erklärung
zum Ursprung unserer Geschäfte mit den ausländischen Banken,
die die im Land eingenommenen Dollarbeträge in Form von Bargeld auf
Bankkonten deponieren, um auf diese Weise Verbindlichkeiten aus unserem
Außenhandel zu begleichen.
In dieser informativen Meldung hieß es u.a.:
„... wir konnten sehen, wie die Rechtsradikalen der Bush-Regierung
in den letzten Tagen ganz unzweideutig Schritte tun, darauf gerichtet,
die Einnahmen unseres Landes aus dem Tourismus und anderen Leistungen
zu sperren und die Möglichkeit der Geldsendungen der in den Vereinigten
Staaten ansässigen Kubaner an ihre Angehörigen in Kuba auf Null
schrumpfen zu lassen. Zu diesem Zweck greifen sie zur denkbar perversesten,
listigsten und heuchlerischsten Methode: Sie hindern Kuba ganz einfach
daran, die aus den Verkäufen in den Devisenshops, aus Aktivitäten
der Tourismusbranche und aus anderen kommerziellen Leistungen stammenden
Dollarbeträge bei ausländischen Banken zu deponieren. So wird
Kuba diese Dollar nicht benutzen können, um Medikamente und Nahrungsmittel
zu beschaffen noch um für die Shops die erforderlichen Importe zu
tätigen, die von jenen gekauft werden, die von ihren in den USA lebenden
Angehörigen Geldsendungen erhalten.
„In dieser hinterlistigen Absicht setzt die Regierung der Vereinigten
Staaten ausländische Banken unter Druck, von Kuba kein Geld anzunehmen,
dessen Herkunft völlig legal und anständig ist. Obendrein wird
in der Publikation der Presse der Terroristenmafia Miamis auf die widerliche
Niederträchtigkeit angespielt, diese Gelder könnten sogar mit
Aktivitäten wie Geldwäsche und Rauschgifthandel, die doch in
unserem Land ganz energisch bekämpft werden, im Zusammenhang stehen."
Weiter heißt es in der in Granma erschienenen Meldung:
„Noch empörender erweisen sich diese Aktionen, wenn man bedenkt,
dass der einzige Grund, weshalb Kuba-Touristen mit Bargeld umgehen müssen,
die Yankee-Blockade ist, die ihnen die Benutzung von Kreditkarten oder
Reiseschecks verbietet, die von jenen Markt kontrollierenden US-amerikanischen
Banken oder anderen Finanzeinrichtungen ausgestellt sind. Außerdem
wurde lediglich ein einziges US-amerikanisches Unternehmen befugt, Geldsendungen
nach Kuba durch Banküberweisung vorzunehmen. So sind nun die im Ausland
lebenden Kubaner einem wahren Kreuzweg ausgesetzt, wenn sie ihren Angehörigen
eine finanzielle Hilfe zukommen lassen wollen und am Schluss sehen sie
sich in den meisten Fällen gezwungen, Bargeld zu schicken. Diese
Verfolgung und Bedrohung, der sich ständig jene ausgesetzt sehen,
die von den Vereinigten Staaten aus ihre Angehörigen in Kuba finanziell
unterstützen, trägt dazu bei, dass die Absender häufig
das Mittel des Bargeldes vorziehen, um so keine dokumentarischen Spuren
zu hinterlassen, durch die sie dann der Verfolgung durch die US-Behörden
und den Gewaltakten der in Miami ansässigen Terroristen ausgesetzt
wären.
„Schamloser und perverser geht es nicht"; heißt es weiter
in der Granma-Meldung, „mit ihrer kriminellen Blockade zwingen die
Vereinigten Staaten, die Geldsendungen und die Zahlungen ausländischer
Besucher in Kuba in bar vorzunehmen und nun versuchen sie mit plumpen
Druckmaßnahmen zu verhindern, dass Kuba dieses Geld zur Bezahlung
seiner Importe benutzt."
Der Artikel schließt mit der Bekräftigung:
„Ihre
sämtlichen Fallen sind zum Scheitern verurteilt. Unser heroisches
Volk wird mit seiner gehabten Standhaftigkeit und Geistesgegenwart gegen
den zwar mächtigen doch gemeinen und feigen Feind, wegen seiner Politik
des Völkermords und seiner nazifaschistischen Methoden echt zu verachten,
kämpfen und siegen."
Zu diesen Betrachtungen könnten wir hinzufügen, dass in dem
siebenjährigen Zeitraum, auf den angespielt wird, Kuba Importe in
Höhe von mehr als 30,854 Milliarden Dollar getätigt hat; dass
also die 3,9 Milliarden, von denen es heißt, sie seien bei der genannten
Schweizer Bank eingezahlt und anderen Empfängern transferiert worden,
annähernd 13 Prozent der in diesem Zeitraum durch Kuba realisierten
Zahlungen für Importe ausmachen, von denen ein wesentlicher Teil
auf Nahrungsmittel, Brennstoffe, Medikamente oder Ausgangsstoffe für
deren Herstellung, auf Zwischenprodukte für unsere Industriebranchen,
Waren für die Devisenshops usw. entfällt.
Am nächsten Tag hielt ein Zusatzartikel im El Nuevo Herald am Thema
fest und suggerierte in übelster Weise, das auf der genannten Schweizer
Bank deponierte Geld sei unbekannten Personen oder Körperschaften
auf nicht enthüllten Banken gutgeschrieben, wo doch das Geld in sämtlichen
Fällen für normale Handelsgeschäfte mit international anerkannten
Handels- und Industrieunternehmen benutzt wurde. Hysterisch wurde in der
Zeitung gefordert:
„Es sind jene Namen, die man wissen will. Die Abgeordneten Floridas
Ileana Ros-Lehtinen und Lincoln Díaz-Balart müssen Druck ausüben,
damit bekannt wird, wohin dieses Geld ging und woher es kam."
In einer deutlichen Kampagne, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit
auf dieses Thema zu richten, informierte am 10. Juni El Nuevo Herald erneut,
die Mafia Miamis beantrage über ihre namhaftesten Sprecher, die Abgeordneten
Ileana Ros-Lehtinen und Lincoln Díaz-Balart bei der Regierung der
Vereinigten Staaten eine Untersuchung über Herkunft und Bestimmung
der genannten Fonds. In diesem Artikel des El Nuevo Herald heißt
es:
„Die Vereinigten Staaten haben Herkunft und Verbleib von 3,9 Milliarden
USD zu untersuchen, die die Regierung Kubas im Rahmen eines Programmes
der Federal Reserve ‚gewaschen‘ hat, erklärten gestern
die Abgeordneten von Florida Ros-Lehtinen und Díaz-Balart in Schreiben
an die Federal Reserve und den Finanzausschuss des Repräsentantenhauses."
„Wir sind zutiefst bestürzt, dass es durch die UBS (Union Schweizer
Banken) zu einer so schweren Verletzung des Bundesgesetzes kommen konnte",
schrieben die Abgeordneten dem Präsidenten der Federal Reserve Alan
Greenspan. „Wir hoffen, die Nachforschungen werden Antwort auf viele
Fragen bringen, die wir zu diesem Thema haben."
In
einem Pressekommuniqué vom 22. Juni sagte die „reißende
Wölfin" Ileana Ros-Lehtinen mit der an ihr gewohnte Hysterie:
„Ich
bin erschüttert, wie eine Bank, der man die große Verantwortung
übertragen hatte, die neue US-amerikanische Währung in Umlauf
zu bringen, die Bestimmungen dieses Landes verletzt in Bezug auf einen
Staat, der als terroristisch gilt."
Und
mit größter Unverschämtheit forderte sie:
„Ich
erwarte das Ergebnis der Untersuchungen.... Wird die UBS (Union Schweizer
Banken) für schuldig befunden, die Restriktionen der Vereinigten
Staaten in Bezug auf die Transaktionen verletzt zu haben, in die terroristische
Regimes wie das Kubas verwickelt sind, dann ist es äußerst
wichtig, dass die Verantwortlichen entsprechend bestraft werden."
In
Fortführung ihrer Kampagne sandte Ileana Ros am 30. Juni ein Schreiben
an den Vorsitzenden des Ausschusses für internationale Beziehungen
des Repräsentantenhauses, Ermittlungen zu diesem Thema fordernd.
Den
Hintergrund dieser Kampagnen und unflätigen Druckes bildete ein klares
und offensichtliches Ziel: die Einschüchterung all jener Banken,
die zu Kuba Finanzbeziehungen unterhalten könnten, um auf diese Weise
deren Annahme von Dollarbanknoten zu vereiteln, die unser Land aus den
erklärten Gründen regelmäßig ins Ausland zu senden
hat.
Zu diesem Zeitpunkt war bereits deutlich der Druck auf viele Banken seitens
der US-amerikanischen Behörden zu erkennen in dem Versuch, diese
Geldsendungen zu sperren und unser Land vor eine außerordentlich
kritische Situation zu stellen.
Unter diesen Umständen setzte eine Prüfung sämtlicher möglicher
Variablen ein mit dem Ziel zu vermeiden, dass eine neue kriminelle Aktion
der US-Regierung, die Benutzung der in Kuba erhaltenen Bargelddollar zu
kommerziellen Zwecken verhindernd, unserem Land ernsten wirtschaftlichen
Schaden zufügen könnte.
Während nun Kuba gelassen und überlegt sämtliche Alternativen
prüfte, regnete es an Lügen und Schändlichkeiten zu diesem
Thema.
Am 3. Juni fiel El Nuevo Herald über die Amerikanische Bank für
Entwicklung und die CEPAL (Wirtschaftskommission für Lateinamerika)
her mit der Anschuldigung, ihre Schätzwerte mit den Geldsendungen
von Angehörigen in den USA nach Kuba aufzubauschen, womit nun versucht
werde, die rechtmäßige Herkunft der 3,9 Milliarden zu begründen.
Hierzu
hieß es:
„All diese Machenschaften werden von der Amerikanischen Bank für
Entwicklung und der CEPAL anhand der aufgebauschten Zahlen der Geldsendungen,
die sie der kubanisch-amerikanischen Gemeinschaft zuschieben, verschleiert.
Das muss geklärt werden. Außerdem zeigt der Geldwäscheskandal,
dass Kuba ein vertraulicher Zufluchtsort ist für das Geld von Terroristen
und Veruntreuern. Das muss aufgedeckt werden."
Mit ungeschliffener Sensationsgier, wie sie für das Gesindel Miamis
charakteristisch ist, veröffentlichte El Nuevo Herald am 23. Juli
einen Artikel unter dem Titel „Gesucht in den Vereinigten Staaten
Verbindungen zu Fonds Kubas", in dem u.a. zu lesen war:
„Die Vereinigten Staaten leiteten eine Justizermittlung ein zur
Feststellung möglicher Verbindungen von ‚US-amerikanischen
Einrichtungen und Personen‘ zu den 3,9 Milliarden Dollar, die Kuba
unter Ausnutzung eines Programmes der Federal Reserve in den internationalen
Bankenapparat eingeschleust hat.
„Die
Operation erfolgte über die Union Schweizer Banken."
„Gegenwärtig
läuft eine Ermittlung seitens der Staatsanwaltschaft des South-Eastern
District New Yorks", versicherte während seines gestrigen Besuches
bei El Nuevo Herald Juan Zárate, Unterstaatssekretär für
Finanzwesen der Vereinigten Staaten und verantwortlich für die Bekämpfung
von Finanzierungen für terroristische Zwecke.
Der täglich über diese Angelegenheit in Miami publizierten Lügen
waren es scheinbar so viele und von so ungebildeter plumper Art, dass
sich ungeachtet der sprichwörtlichen Diskretion der Schweizer Banken
die hier betroffene gezwungen sah, jegliche Anschuldigung von Geldwäsche
öffentlich zu dementieren und eine am 25. Juli in Zürich veröffentlichte
Meldung der AFP trägt folgenden Wortlaut:
„Die Union des Banques Suisses (Union Schweizer Banken, UBS), die
größte Schweizer Bank, dementierte gestern, Geld für Kuba
gewaschen zu haben, wie sie von drei Abgeordneten des Repräsentantenhauses
der Vereinigten Staaten beschuldigt wurde, die nun Ermittlungen fordern.
„Ein
Sprecher der UBS in Zürich äußerte, keine Kenntnis von
weiteren Ermittlungen über die Bank zu haben und wies jegliche Anschuldigung
von Geldwäsche zurück.
„Einem Sprecher der UBS zufolge kam es bereits zur Prüfung
des Falles durch die Federal Reserve der Vereinigten Staaten (Fed) und
den Bundesausschuss der Schweizer Banken (CFB)."
Diese Erklärungen hinderten die Mafiosi Miamis und ihre Presseorgane
nicht daran, an ihrer perfiden Kampagne festzuhalten; und am 16. September
gab Ileana Ros-Lehtinen neue Erklärungen ab:
„Das wird noch um sich greifen", kommentierte die Abgeordnete
El Nuevo Herald. ‚Es handelt sich um mindestens drei Personen, die
in diese Geldmanipulation verwickelt waren, und weitere Banken werden
überprüft‘ fügte sie hinzu."
Man beachte die deutliche Drohung in den Worten „weitere Banken
werden überprüft".
Zu jenem Zeitpunkt bat ich den Banco Central de Cuba, die Arbeiten zu
diesem Thema zu beschleunigen und wies an, die Prüfung auf die Möglichkeit
des Einsatzes des konvertierbaren Peso als Ersatz des Dollar zu konzentrieren,
damit neue Druckmaßnahmen der Mafia Miamis und der USRegierung das
Land nicht verletzbar machen, sagte der Comandante.
Vielleicht erinnern Sie sich, dass ich bei meinen Ausführungen in
der zweiten Podiumsdiskussion zum Thema Elektrizität am 28. September
die Öffentlichkeit auf diese Probleme aufmerksam machte, ohne dabei
ins Detail zu gehen. Ich sagte wörtlich:
„Wir haben einen Feind, der mehr als 45 Jahre lang versucht hat,
uns auf jede mögliche Art zu vernichten, dass sogar das von einem
Touristen bezahlte Geld nicht in der Welt zirkulieren darf, denn da sie
die Herren der Hauptwährung und die Herren der Welt sind, verbieten
sie die Benutzung des Dollars in jeglichen Geschäften Kubas."
Hinsichtlich der Maßnahmen, mit denen wir uns beschäftigten,
schickte ich in der ebenfalls der Frage Elektrizität gewidmeten Podiumsdiskussion
voraus:
„Sie geben sich alle Mühe und auch wir sind am Überlegen,
wie wir uns zur Wehr setzen können, denn wehrlos werden wir nicht
dastehen. Wir werden ihnen nichts sagen. Sollen sie doch tun, was ihnen
beliebt, sollen sie doch belästigen, sollen sie doch versuchen zu
zerstören; doch auf keine dieser Maßnahmen werden wir die Antwort
schuldig bleiben, mit denen blockiert werden soll und danach das Land
der Geldwäsche bezichtigt wird als handle es sich um Geld aus Spielgewinn,
Schmuggel oder Geldwäsche. Es handelt sich um unser im Schweiße
unseres Angesichts anständig verdientes Geld. Nun treffen sie Maßnahmen,
um diesen Dollar nicht zirkulieren zu lassen. Doch wir werden ja sehen;
ganz sicher werden wir eine Erwiderung darauf haben, und es wird ihnen
missglücken so wie es immer missglückt ist."
Erst neulich, am 9. Oktober, genau 11 Tage vor meinem unwesentlichen Sturz,
erfuhr man von einer Rede des Unterstaatssekretärs für Angelegenheiten
der westlichen Hemisphäre beim State Department der Vereinigten Staaten
Daniel W. Fisk vor dem Verband kubanisch-amerikanischer Veteranen, bei
der er sich mit grenzenlosem Zynismus mit dem vermeintlichen Erfolg der
kriminellen Maßnahmen brüstete, die die Bush-Regierung gegen
unser Volk getroffen hatte. Er sagte u.a.:
„Mehr noch, eine weitere Stütze in unserer Strategie ist die
Aufdeckung des so lange Zeit nicht bekannten Flusses der Einnahmen des
Castro-Regimes, um dann einzugreifen, damit dieser Geldfluss geringer
wird. Da ist beispielsweise der Tourismus, der den Zuckerexport als hauptsächliche
Devisenquelle abgelöst hat.
„Wie
vielen von euch bekannt ist, haben wir zur weiteren Schwächung des
Ressourcenzuflusses, der es Castro ermöglicht, das kubanische Volk
unterdrückt zu halten, unsere Politik hinsichtlich der Geldsendungen,
Spendenpakete und Besuchsreisen der Angehörigen auf die Insel nachdrücklicher
gestaltet. Dieses Geld und Waren hätte Kuba jährlich Einnahmen
von schätzungsweise 1,5 Milliarden USD gebracht, gesandt von jenen,
die außerhalb der Insel leben.
.....
„...wir haben der Castro-Regierung mehr als 100 Millionen Dollar
in harter Währung entzogen. Das sind 100 Millionen weniger, die Castro
zur Verfügung stehen, um das Volk zu unterdrücken und sich an
der Macht zu halten.
„Überträgt man außerdem diese Zahlen auf ein ganzes
Kalenderjahr, dann schätzen wir für das Regime einen jährlichen
Nettoverlust von 375 Millionen USD allein durch die Reduzierung der Besuchsreisen.
„Die Abnahme aller Einnahmeströme hochrechnend, meinen wir,
dem Regime mindestens 500 Millionen Dollar verweigert zu haben, die Castro
zur Stützung seines Sicherheitsapparates und Nachrichtendienstes
benutzt hätte."
Neben so viel Arroganz des Imperiums und so viel Aufschneiderei gab es
einen ganz speziellen Abschnitt, der sorgfältig unter die Lupe zu
nehmen war.
Hier sagte Herr Fisk:
„Wir haben eine Gruppe der Verfolgung Kubanischer Guthaben gegründet.
Zu ihr gehören Funktionäre mehrerer Agenturen, die für
die Einhaltung der Gesetze zuständig sind und nun neue Wege der Devisenbewegungen
von und nach Kuba erkunden und diese Bewegungen stoppen soll."
Die Verbindung zwischen der schmutzigen Kampagne der Mafia Miamis zum
Thema der angeblichen Geldwäsche und dieser neuen kriminellen Handlung
der US-Regierung, eine Gruppe zu gründen, die die Devisenströme
von und nach Kuba verfolgt, konnte nicht deutlicher zutage treten. So
duldeten also die Aktionen zum Schutze der Interessen unseres Landes gegen
diese neue Aggression keinen Aufschub. Unverzüglich wies ich die
Zentralbank Kubas an, ein Durchführungsprogramm zur frühestmöglichen
Einführung des konvertierbaren Peso als Ersatz für den Dollar
aufzustellen.
Dieser Zeitplan wurde umgesetzt und gegenwärtig können wir nun
offiziell ankündigen, dass ab dem 8. November im gesamten Staatsgebiet
anstelle des US-Dollar der konvertierbare Peso zirkulieren wird.
Als Erstes muss hier klargestellt werden, dass dieses nicht bedeutet,
der Besitz von Dollars oder einer anderen frei konvertierbaren Währung
sei strafbar. Die Bevölkerung darf über jede beliebige Menge
Dollar verfügen, ohne dass es sich dabei um eine Gesetzesverletzung
handelt. Worum es sich handelt ist, dass mit genanntem Datum, dem 8. November,
der Dollar in unseren Devisenläden nicht mehr angenommen wird; diese
werden dann lediglich konvertierbare kubanische Peso akzeptieren.
Wer konvertierbare Währung besitzt, seien es Kubaner oder ausländische
Besucher, muss für seine Einkäufe in den Deviseneinrichtungen
im Staatsgebiet zuerst konvertierbare Pesos eintauschen. Das kann an den
Wechselstellen (CADECAS), den Bankfilialen und auch einer bedeutenden
Anzahl von Geschäften geschehen, die gegen Devisen verkaufen und
diese Leistung ebenfalls erbringen werden. Zusätzlich wurde entschieden,
dass, wer ab genanntem Datum, also dem 8. November, konvertierbare Pesos
gegen Dollar in bar kaufen will, eine zehn Prozent betragende Abgabe zuzahlen
muss. Diese dient als Ausgleichung der Risiken und Kosten, die die Manipulation
von US-Dollar der kubanischen Wirtschaft verursacht als Folge der genannten
Maßnahmen der US-Regierung, durch die unser Land gehindert werden
soll, die Dollar als Bargeld für normale kommerzielle Zwecke zu nutzen.
Es ist wichtig zu wiederholen — damit keine Irrtümer entstehen
— dass diese Abgabe ab dem 8. November einsetzt. So hat also jeder
Dollarbesitzer zwei Wochen Zeit, um von seinem Umtauschrecht in konvertierbare
Pesos 1 : 1 ohne jegliche Abgabe Gebrauch zu machen. Ebenfalls können
je nach Wunsch vor diesem Zeitpunkt Waren gegen Dollar gekauft werden.
Wer ein Dollarkonto bei der Bank hat, kann das Bargeld deponieren und
danach jederzeit konvertierbare Pesos 1 : 1 oder auch Dollar abheben.
Ist noch kein Dollarkonto vorhanden, so kann man dieses eröffnen,
die Dollar bei der Bank deponieren und später dann zum gewünschten
Zeitpunkt 1 : 1 konvertierbare Pesos oder auch Dollar ohne jegliche Abgabe
abheben.
Die Empfänger von Geld aus dem Ausland haben ab heute zwei Wochen
Zeit, um je nach Wunsch mit ihren Angehörigen zu vereinbaren, künftig
die Sendungen nicht mehr in Form von Bargelddollar vorzunehmen sondern
in anderen Währungen wie Euro, kanadischen Dollar, Pfund Sterling
oder Schweizer Franken, die nicht mit der 10-prozentigen Abgabe belastet
werden.
Das heißt also, man hat nach Wegen gesucht, damit durch diese Maßnahme
niemand zu Schaden kommt; denn es wird genügend Zeit für eine
passende Regelung des Bargeldbestandes eingeräumt, um nicht die festgelegte
Abgabe zahlen zu müssen.
Ich sage noch einmal, diese ist keine Aktion zum Zwecke der Deviseneinnahme
über eine Abgabe, sondern es ist die Erwiderung auf eine reale Bedrohung
durch eine kriminelle Maßnahme der US-Regierung und eine schamlose
Kampagne zur Einschüchterung der ausländischen Banken.
Ebenso möchte ich betonen, dass sämtliche Bankkonten in Dollar,
konvertierbaren Pesos oder irgendeiner anderen Währung vollkommen
abgesichert sind und, wie ich bereits sagte, die bei den Banken deponierten
Fonds keinerlei Abgaben unterliegen, ganz unabhängig vom Zeitpunkt,
an dem die Kunden sich Beträge ohne jegliche Einschränkungen
auszahlen lassen.
Vielleicht verliest uns Randy zum besseren Verständnis des Themas
die Resolution der Zentralbank, durch die diese Maßnahme in Kraft
tritt und auf deren Grundlage dann einige klärende Kommentare gegeben
werden können.
Wie ich bereits erklärte, legt die Resolution in erster Linie fest,
dass die Bevölkerung ohne jegliche Restriktionen wie bis jetzt US-Dollar
oder jede andere konvertierbare Währung in uneingeschränkter
Höhe in ihrem Besitz haben darf. Ab morgen wird bis zum 7. November
so verfahren wie bisher; die Geschäfte akzeptieren weiterhin Dollar.
Wer seine Dollar gegen konvertierbare Pesos umzutauschen wünscht,
zahlt keine 10-prozentige Abgabe und der Umtausch erfolgt 1 : 1. Ohne
jegliche Restriktionen können neue Dollarkonten eröffnet oder
neue Einlagen auf bestehenden Konten deponiert werden. Diese Fonds können
später dann zu einem beliebigen Zeitpunkt in konvertierbaren Pesos
1 : 1 oder, je nach Wunsch des Kunden, in Dollar ohne jegliche Abgabepflicht
abgehoben werden.
Ab dem 8. November tritt die zwingende Regelung in Kraft, wonach in sämtlichen
Deviseneinrichtungen in konvertierbaren Pesos zu zahlen ist. Man erinnere
sich, es handelt sich hierbei nicht um einen Umtauschkurs zwischen dem
Dollar und dem konvertierbaren Peso, der weiterhin bei 1 : 1 liegt, sondern
der Kauf von konvertierbaren Pesos mit Dollarbargeld ist schlicht und
einfach mit einer Abgabe belastet. Mit einem konvertierbaren Peso können
Sie einen Dollar kaufen. Wollen Sie aber mit einem Dollar einen konvertierbaren
Peso kaufen, müssen Sie die 10-prozentige Abgabe zahlen, also werden
Sie für Ihren Dollar nur 90 Centavos des konvertierbaren Pesos erhalten.
Noch einmal erinnere ich daran, dass für die anderen in Kuba akzeptierten
Währungen — Euro, Schweizer Franken, Pfund Sterling und kanadischer
Dollar — keinerlei Abgabe existiert. Die 10-prozentige Abgabe wird
ausschließlich auf Dollar in Form von Bargeld erhoben aufgrund der
entstandenen Situation durch die neuen Maßnahmen der US-Regierung,
die das Land abwürgen sollen.
Um den Geldumtausch zu erleichtern, beginnt dieser am 28. Oktober an den
Wechselstellen (CADECAS), den Bankfilialen, den Hotels und Geschäften.
Genauere Informationen dazu verlas Randy aus der Resolution.
Gemäß der Resolution werden unabhängig von der Währung,
einschließlich Dollar, die mit Kredit- oder Debetkarte getätigten
Transaktionen nicht mit Abgaben belastet. Die Erklärung dafür
ist, dass eine mit Kredit- oder Debetkarte getätigte Transaktion
keine Bargeldbewegung einschließt, also auch keine Kosten und Risiken
im Zusammenhang mit der Dollarmanipulation in Form von Bargeld existieren.
Zur Erleichterung des Geldwechsels wurden im Banksystem einige Maßnahmen
getroffen. Beispielsweise werden die Banken am Samstag, den 6. und Sonntag,
den 7. November geöffnet sein und vom 28. Oktober bis 5. November
werden sie sich ab 12.00 Uhr ausschließlich dem Geldumtausch widmen,
um der Bevölkerung mehr Möglichkeiten zu geben, damit keiner
vom Umtausch seiner Dollar in konvertierbare Pesos vor dem 8. November
ausgeschlossen wird und damit dann nicht die zehn Prozent Abgabe gezahlt
werden müssen.
Im Rahmen dieser Überlegungen ist natürlich auch zu verdeutlichen,
dass beim Kauf kubanischer Pesos gegen US-amerikanische Dollar an den
CADECAS die 10-prozentige Abgabe erhoben wird, da wir ja in diesem Falle
Dollar in Form von Bargeld erhalten.
Ebenso will ich klarstellen, dass diese Maßnahme in keiner Weise
die von kubanischen Geldinstituten ausländischen Einrichtungen gewährten
Sicherheiten weder ver- noch behindern wird noch die zur Einlösung
ihrer Verbindlichkeiten verfügbaren Mittel in frei konvertierbarer
Währung. Das Ganze ist von allein interner Tragweite und wir sind
lediglich dabei, in die Geldzirkulation innerhalb des Staatsgebietes Ordnung
zu bringen und uns vor einer Wirtschaftsaggression von außen zu
schützen.
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